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Landschaftsplanung

Masterplan Leoben

Im Stadtgebiet von Leoben bildet die Mur mit ihren bewachsenen Ufern und Böschungen die zentrale Grünstruktur der Stadt. Durch den stark mäandrierenden Gewässerlauf gliedert sie die Stadt in unterschiedliche Räume und Stadtteile.

Das enorme Aufenthalts- und Erholungspotenzial entlang der Mur wird derzeit nur bereichsweise und ungenügend genutzt. Im Zuge der Kraftwerksneuerrichtung wurden dahingehend bereits erste wichtige Schritte gesetzt. Nun gilt es, für das gesamte Stadtgebiet unter Berücksichtigung einer regionalen Anbindung den steigenden Anforderungen der (Nah-) Erholungssuchenden gerecht zu werden und freiraumgestalterische Qualitäten zu definieren.

Der Masterplan stellt einen Rahmenplan, Leitfaden und Ideengeber für die Stadtverwaltung dar, um die Entwicklungen entlang der Mur abgestimmt weiterzuführen und Veränderungen zu initiieren.

Aufbauend auf eine Bestandsanalyse (Stärken-, Schwächenanalyse) werden im Masterplan Ziele und Maßnahmen formuliert, die eine verstärkte freiraumplanerische und gestalterische Hinwendung zur Mur beinhalten.

Ziel ist es, die Mur im Stadtbild als Gewässerlauf zu präsentieren und erlebbar zu machen. Die Mur soll Teil der Stadtarchitektur sein (Brücken, Mauern, Treppen), soll verbinden (grünes Band und Netz, Freizeit- und Erholungsachse), unterbrechen und öffnen (Sichtbeziehungen, Ausblicke). Die Mur mit ihren Ufer- und Gewässerstrukturen soll als Treffpunkt, Erholungsraum und sicherer Spielplatz nutzbar sein. Entlang der Mur sollen durchgehend sichere fuß- und radläufige Verbindungen führen. Sie sollen die Stadtteile und Freiräume verbinden und darüber hinaus in das regionale Rad- und Wandernetz münden.

Gestaltungschwerpunkte, als Vorentwürfe und in unterschiedlichen Varianten dargestellt, zeigen Möglichkeiten auf, wie die Nutzungsmöglichkeit und die Attraktivität für die Erholungs- und Freizeitnutzung erhöht werden können.

Der Gewässerlauf der Mur wird entsprechend dem unterschiedlichen Charakter und Umfeld im Stadtgebiet von Leoben in vier Abschnitte unterteilt:
  • Der südliche Abschnitt - „die bewegende Seite der Mur“
  • Der innerstädtische Abschnitt - „die harte Seite der Mur“
  • Im Bereich des Stauraumes - „die zahme Seite der Mur“
  • Im nördlichen Abschnitt - „die wilde Seite der Mur“

Auf die unterschiedlichen Situationen wird mit unterschiedlichen Maßnahmen reagiert:

Der südliche Abschnitt,…
wird durch einen stark genutzten linksufrigen Fuß- und Radweg erschlossen („die bewegende Seite der Mur“), braucht lokale, punktuelle gestalterische Interventionen auf bereits vorhandenen Aneignungsorten („Erfrischungspunkte”). Das bedeutet die Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten zum Wasser für Mensch und Tier im Bereich von strömungsberuhigten Flachuferzonen (Abkühlen, Rasten). Der Gestaltungsschwerpunkt wird im linksufrigen Vorlandbereich gesetzt: Spielen, Bewegen und Erleben in (mit) der Natur; einerseits Aufwerten des Vorlandes als gewässerbezogenen Naturraum und andererseits Verbesserung der Aneignung als Spiel- und Erholungsraum. Weiters wird eine Verbindung der beiden Murufer mittels einer Fußgängerbrücke vorgeschlagen.

Der innerstädtische Abschnitt…

(„die harte Seite der Mur“) soll eine Stärkung und gestalterische Aufwertung der beiden Uferbereiche als städtische Freiräume erfahren. Das bedeutet die Stärkung der funktionalen und visuellen Kommunikation mit der Mur, die Freiräume an die Mur zu bringen, z.B. im Bereich des Rathausvorplatzes Gestaltung eines „Stadthafens“, die Erhöhung der Transparenz Rathaus-Mur, die Stärkung der Sichtbeziehungen zur Mur und Waasenvorstadt; sowie die Reaktivierung der alten Promenade zwischen Waasenbrücke und Stadtpark.

Im Bereich des Stauraumes…
(„die zahme Seite der Mur“) werden punktuelle Interventionen als Rückzugsraum mit intimen abgeschirmten Plätzen und Ruheräumen am Wasser gesetzt. Der Gestaltungsschwerpunkt befindet sich im Bereich der vorhandenen Bootsrampe. Holzplateaus am Wasser als Bootsanlegestelle und Bühne sowie Sitz- und Liegeterrassen am Ufer schaffen einen attraktiven Erholungsraum am Wasser.

Im nördlichen Abschnitt…
(„die wilde Seite der Mur“) wird rechtsufrig ein Gestaltungsschwerpunkt Naturerleben vorgeschlagen: mit ufernaher Fuß- und Radwegerschließung, Erholung in der Natur, Grillen, Lagerwiese, Picknick, Rastplätze, Ufergestaltung zur Verbesserung der Ufernutzung, Gestaltung Flachufer, Seitenarm etc. Weiter flußaufwärts am linken Ufer werden am bestehenden Trampelpfad der häufig überschwemmten Uferbereiche „offizielle Zugänge“ formuliert und als Eingangsbereich mit Vorplatz und Tor (Schwingtür), Informationen zu Verhaltensweisen und Ausklärung zu Fließgeschwindigkeit und Hochwasser entsprechend gestaltet. Entlang des Trampelpfades sollen lokale Rastplätze, Sitzmöglichkeiten durch Wasserbausteine und sichere, strömungsberuhigte Uferzugänge zu einer eine Verbesserung der Nutzung führen.